Stadt · Fairtrade-Stadt Heimsheim

FAIRTRADE-Vortrag zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN mit Gerd Oelsner vom Nachhaltigkeitsbüro der LUBW, (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg) am 11. Mai 2017 im Vortragssaal der Zehntscheune in Heimsheim

„Man kann im Großen und Kleinen mit einer Politik der Nachhaltigkeit beginnen, vor allem in Städten und Gemeinden, die die besten Real-Labore sind, die wir haben. Sie sind Bürgerin und Bürger, also legen Sie los!“

Dieses Zitat aus dem Buch von Reinhard Loske  „Politik der Zukunftsfähigkeit“ bot Anlass und Aufforderung zugleich für den Vortrag von Gerd Oelsner vom Nachhaltigkeitsbüro in Karlsruhe, der auf Einladung der FAIRTRADE-Arbeitsgruppe, der Stadt Heimsheim, des Enzkreises und der Stadtbücherei am Donnerstag, den 11. Mai 2017, in die Stadtbücherei nach Heimsheim gekommen war.


Im Jahre 2015 haben die Vereinten Nationen (UN) auf ihrem Gipfeltreffen die Agenda 2030 verabschiedet. Darin wurden von mehr als 150 Staats- und Regierungschefs 17 globale Nachhaltigkeitsziele formuliert.                            

Und was hat das mit einer kleinen Gemeinde wie Heimsheim oder gar mit mir selbst zu tun?


Um diese Fragestellung kreiste der Vortrag von Gerd Oelsner

Erfreulich viele Zuhörer auch aus den umliegenden Gemeinden Wimsheim, Mönsheim, Tiefenbronn und Weil der Stadt bewiesen mit ihrem Kommen und der im Anschluss regen Diskussion, dass das Interesse an Information zu den Zielen und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten durchaus breit gestreut ist.

Herr Oelsner erklärte zunächst, was diese 17 Nachhaltigkeitsziele, kurz SDG genannt (= Sustainable Development Goals) mit ihren 169 Zielvorgaben überhaupt sind, nämlich Ziele, die die teilnehmenden Staaten für die nächsten 15 Jahre gemeinsam festgelegt haben.

Als Ziel Nr. 1 wird das Beenden von Armut und Hunger genannt. Aber ebenso geht es um gesundes Leben und gleichberechtigte Bildung für alle, um sauberes Wasser, Zugang zu nachhaltiger, verlässlicher Energie, nachhaltiges Wirtschaftswachstum, um lebenswerte Städte, kritischen, nachhaltigen Konsum, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, den Schutz der Meere und der  Wälder sowie den Aufbau friedlicher Gesellschaften und globaler Partnerschaften.  Im Mittelpunkt  steht immer der Mensch!

Sehr eindrücklich beschrieb der Redner, welche Entwicklungen in den letzten Jahren  - ausgehend von den Milleniumszielen der Agenda 2021 - schon angestoßen und erreicht wurden.  Die Agenda 2030 mit ihren vielen Unterzielen fußt auf einer breiteren Unterstützung und bietet deshalb bis in die kleinsten Gemeinden hinein Möglichkeiten der Beteiligung.

Am Ziel Nr. 11 „Städte nachhaltiger gestalten“ zeigte der Referent beispielhaft, wie hier Aufgaben für eine kleine Gemeinde erwachsen können. Unter der Beteiligung aller können Städte und Siedlungen sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet werden. Themen wie Schutz vor Katastrophen, Wohnen, Förderung des ÖPNV, Senkung der Umweltbelastung (Stichwort Luftqualität & Abfallbehandlung), öffentliche Grünflächen und Räume für alle sind z.B. lohnenswerte Inhalte für eine Kommune.

Im Folgenden bekamen die Zuhörer Ideen aufgezeigt, welche Ziele möglicherweise vorrangig für Heimsheim anzugehen sind. Sie  eignen sich für kommunale Partnerschaften und Zusammenarbeit  und könnten damit einen Beitrag für die Erreichung der gesteckten Ziele leisten.

Hier nur eine kleine Auswahl der vielfältigen Vorschläge:

Ausbau der FAIRTRADE-Aktivitäten, Ökostrombezug, Siedlungsplanung, persönliche Sicherheit, Reduzierung von Umweltbelastung, Informationen zum Konsumverhalten, Enzkreisaktivitäten wie regio-bio-fair nutzen, Gebrauchtes kaufen, leihen, tauschen, reparieren, …

Bürgermeister Troll, der bei der sich anschließenden Fragerunde mehrfach angesprochen wurde, machte deutlich, dass es für kleine Gemeinden darum gehe, sich einzelne Aufgaben vorzunehmen und an ihnen weiterzuarbeiten.

Gerne werden dafür die vom Land angebotenen Unterstützungsmöglichkeiten angefragt und genutzt.

Und so wurden die Anwesenden mit dem oben erwähnten Zitat von Reinhard Loske  in den Abend entlassen.
Zahlreiche Zuhörer nutzten das Zusammentreffen noch zu angeregten Gesprächen und/oder zum Einkauf von FAIRTRADE-Produkten.

von links: Bürgermeister Jürgen Troll, Cornelia Packmor, Gerd Oelsner, Angela Gewiese, Renate Niehaus



Rückblick 2016:

Unsere Gruppe beteiligte sich erneut an der bundesweiten „Fairen Woche“ im September 2016. In der Stadtbücherei gab es die bereits traditionelle Ausstellung mit fair gehandelten Produkten und Informationen zum Fairen Handel.

Am 24.9.16 fand das gut besuchte „Faire Frühstück“  unter dem Motto “ Regio- Bio- Fair“ statt und am 29.9.16 hatten wir das Team von „Foodsharing“  zu Gast. „Foodsharing“ hat das Ziel die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren.

Berichte:
Juni 2016 Punkmusical für Kids
März  2016 "Titelverlängerung Fairtrade-Stadt geschafft"
Dezember 2015 Fairtrade-Stadt Heimsheim gewinnt Preis
Oktober 2015 Vortrag Fairer Handel
Oktober 2015 Kinderkino „Meine. Deine. Eine Welt.“ im Jugendhaus
Oktober 2015 Fairtrade auch für Konfirmanten
September 2015 Internationales Frauencafe

Juli 2015 Benefizlauf Ludwig-Uhland-Schule


Aus der Steuergruppe

Unsere Steuerungsgruppe wird immer wieder gefragt, wo man welche Fairtrade-Produkte kaufen kann.

Hier einige Hinweise:

Das größte Angebot ( z.B. Kaffee, Kakao, Tee, Schokolade, Reis, Saft) finden Sie z.Zt. im Biohofladen Gommel (Fairtrade- und Rapunzel Hand in Hand Produkte).

Fair gehandelte Bananen beim Blumenlädle und Kauffmann Blumen

Sidroga Fairtrade Tees bei der Apotheke Butz

Orangensaft, Zucker, Kaffee bei Lidl

Verschiedene GEPA Kaffees, Kakao und Tee bei Edeka

Diese Liste ist nicht vollständig.

In dem im Herbst 2016 neu aufgelegten "Einkaufsführer für regionale Produkte aus dem Enzkreis und Pforzheim" sowie im "Fair Trade Guide für den Enzkreis und Pforzheim" des Landratsamt Enzkreis, finden sie weitere Informationen zu " regio-bio-fair im Enzkreis".
Beide Broschüren sind in der Stadtbibliothek Heimsheim erhältlich.

Für die Fairtrade-Steuerungsgruppe

Renate Niehaus




 
 
 
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