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Heimsheimer Gedenktag 18. April

Gedenken an die Zerstörung Heimsheims vor 75 Jahren

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute ist wieder der für Heimsheim besonders wichtige 18. April. Der Tag, an dem wir in diesem Jahr in einer großen Gedenkstunde auf dem Schlosshof der Zerstörung Heimsheims vor 75 Jahren gedenken wollten. Viele hatten sich gemeldet, diesen Gedenktag mitzugestalten. Die Kirchengemeinden, die Ludwig-Uhland-Schule, der Musikverein Stadtkapelle Heimsheim, die Jagdhornbläser und das Kuratorium. Leider musste die Gedenkstunde auf dem Schlosshof wegen der Versammlungsverbote der Corona-Verordnung des Landes abgesagt werden. Dies bedauere ich sehr. Lassen Sie uns dennoch heute um 12.00 Uhr beim traditionellen Glockenläuten kurz innehalten und in Gedanken zusammenstehen.

Das alljährliche Glockenleuten um 12.00 Uhr erzählt uns von den Ereignissen am 18. April 1945. Wir werden daran erinnert,

- wie die Jagdbomber niedergingen und Sprengbomben setzten,

- wie dann der Beschuss mit Brandmunition erfolgte,

- wie es an 10 - 12 Stellen gleichzeitig brannte,

- wie ohnmächtig man dem Brennen und der rasenden Ausbreitung der Flammen gegenüberstand,

- wie sich Angst und Schrecken ausbreiteten und wie die Hoffnungslosigkeit wuchs.

Und wir werden auch erinnert an die Tage nach diesem 18. April, an den immer wiederkehrenden Artilleriebeschuss vor allem in der Nacht zum 20. April, an die Angst vor einem Volltreffer in den Keller, in dem man zitterte, an die Angst vor den Besatzern, an die Obdachlosigkeit und die engen Wohnraumverhältnisse und an die zusätzlich ankommenden Flüchtlinge gezeichnet von Vertreibung und Angst.

Und wir fragen uns erneut, warum die schreckliche Zerstörung unserer Stadt geschehen musste. Warum noch so kurz, nur 20 Tage vor dem Ende des Krieges. Die Zerstörung war doch auch militärisch völlig nutzlos und vermutlich nur, weil die Franzosen schnell nach Stuttgart kommen wollten und in Heimsheim Widerstand vermuteten.

Unser gemeinsames Gedenken am 18. April schießt aber auch mit ein

- die Menschen, die im 2. Weltkrieg ihr Leben verloren haben,

- die Heimsheimer, die nicht mehr aus dem Krieg zurückkamen,

- die Soldaten, die auf unserer Markung gefallen sind,

- die Menschen, die in der Nachbarschaft, beispielsweise auf dem Malmsheimer Flugplatz, umgekommen sind und auf unserem Friedhof die letzte Ruhe gefunden haben

- die Männer, Frauen und Kinder, die durch Kriegshandlungen, in Gefangenschaft oder auf der Flucht starben und

- die Menschen, die wegen ihres Glaubens, ihrer Rasse, ihrer Volkszugehörigkeit, einer Krankheit oder Behinderung verfolgt und umgebracht wurden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir dürfen nicht nachlassen, die notwendigen Lehren aus dem Grauen, aus der Erinnerung an die Weltkriege zu ziehen. Wir müssen die Erkenntnisse um das hohe Gut der Demokratie und Menschenwürde immer wieder an die nächsten Generationen weitergeben und die Freundschaft der Völker Europas schätzen und pflegen. Auch in Zeiten einer Pandemie oder vielleicht auch gerade dann.  

Ich grüße Sie alle herzlich

Ihr Bürgermeister Jürgen Troll

geschrieben am 18.04.2020 um 08:04 Uhr.
 
 
 
 
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